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Sonntag, 26. Januar 2014

Robert van Gulik - Der Wandschirm aus rotem Lack

Der Wandschirm aus rotem Lack
Robert van Gulik
ISBN 9783257218671


Chinesisches Reich im 7. Jahrhundert n. Chr.: Der Bezirksrichter Di ist eigentlich im Urlaub, doch bald werden er und sein Gehilfe Tschiau-Tai in mehrere knifflige Fälle verwickelt. Sein dortiger Kollege braucht seine Unterstützung in einem kniffligen Mordfall an einer jungen Frau, in dem ein reichverzierter Wandschirm aus rotem Lack eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Der Selbstmord eines reichen Händlers gibt auch Rätsel auf, denn die Witwe scheint den Verlust des Ehemannes nicht sonderlich zu betrauern. Zudem scheint die lokale Unterwelt ein reges Interesse an den beiden Reisenden zu entwickeln. Aber der scharfe Verstand von Richter Di schläft auch im Urlaub nicht...

Hercule Poirot im Alten China: mit der (historisch belegten) Figur von Richter Di ist Robert van Gulik eine faszinierende Symbiose von altchinesischen Erzählungen und westlichen Kriminalromanen gelungen. Als Krimi zeichnet sich das Buch nicht durch großartige Action oder Spannung aus, dafür löst Richter Di seine Fälle mit scharfer Beobachtungsgabe und wachem Verstand, so dass auch für den Leser erst eher verwirrende Details zuletzt Sinn machen. Die Schilderungen vom Leben im Alten China sind liebevoll und gut geschrieben und verraten, dass sich der Autor, der lange Jahre als Diplomat in China gearbeitet hat, sich mit dem Stoff bestens auskennt. Manche Dinge mögen für den modernen Leser zwar etwas befremdlich wirken, aber gerade die exotischen Details machen nicht unwesentlich den Reiz des Buches aus.
„Der Wandschirm“ ist nicht Richter Dis erster Fall, aber man kann damit problemlos in die Reihe einsteigen, ohne die vorherigen Bücher zu kennen. Und obwohl van Gulik seine Krimis bereits in den 1950er und 60er Jahren geschrieben hat, wirken sie heute immer noch frisch und unterhaltsam.

Fazit: Wer Agatha Christies Krimis mag und keine Berührungsängste mit einer doch ziemlich fremden Kultur hat, sollte Richter Di unbedingt mal beim Ermitteln begleiten.

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