Google+ Julias Buchblog: Pierce Brown - Red Rising

Samstag, 20. Februar 2016

Pierce Brown - Red Rising

Red Rising
Pierce Brown
ISBN 9783453534414


Darrow ist ein "Roter", ein junger Minenarbeiter, der wie alle seines Clans unter Tage dafür schuftet, dass die Marsoberfläche irgendwann für die Menschheit bewohnbar wird. Doch eines Tages erfährt er die brutale Wahrheit: der Mars ist längst kolonisiert und die Roten müssen ihre Sklavenarbeit nur leisten, damit die Goldenen ein Leben im Luxus führen können. Um die niederen Farben zu befreien, schließt sich Darrow der Widerstandsbewegung an. In einem anstrengenden und schmerzhaften Prozess wird er selbst zu einem Goldenen umgewandelt und anschließend in deren Eliteinstitut eingeschmuggelt, um das Herrschaftssystem zu infiltrieren. Doch mit dem Bestehen des Eignungstests fängt der Kampf erst an, denn das Institut ist keine Schule in unserem Sinn...

Dieser Trilogieauftakt ist grandios, aber man muss sich bewusst sein, dass es kein "schönes" Buch ist. Als Leser wird man kopfüber in eine Welt geworfen, die uns in vielen Bereichen fremd ist, und es ist eine gnadenlose Welt, denn das Klassensystem geht nicht nur mit den unteren Farben unzimperlich um. Der Roman ist in einer sehr direkten und teilweise recht brutalen Sprache geschrieben. Der Leser erlebt alles aus Darrows Sicht und wird deshalb von den ersten Seiten mit dem harten Alltag und dem derben Slang der Roten konfrontiert. Aber auch als Darrow ans Institut wechselt und in den gedrechselten Sätzen der Goldenen parliert, bleibt das Buch ziemlich schonungslos, denn die Goldenen glauben daran, dass sie sich ihre absolute Herrschaft nur durch Leistung und Härte verdient haben, und verlangen entsprechendes auch von ihren Sprösslingen. Zart besaitete Gemüter sollten deshalb die Finger von diesem Roman lassen, auch finde ich die Altersfreigabe ab 14 Jahren problematisch tief, ich würde das Buch erst ab 16-17 empfehlen. 

Wenn man sich aber mit der deftigen und brutalen Sprache angefreundet hat, entwickelt die Geschichte einen unwiderstehlichen Sog, so dass ich halbe Nächte lang "nur noch ein Kapitel" gelesen habe, bis ich am Ende der 576 Seiten angelangt war. Das Imperium der Weltengesellschaft mit seinem Klassensystem, auch wenn man im ersten Band der Trilogie noch nicht sehr viel davon erfährt, ist bisher bestechend logisch konzipiert und bietet viel Raum für überraschende Wendungen. Die Anlehnung an die Antike hat mich als Historikerin natürlich besonders gefreut, allerdings kann man der Geschichte auch problemlos folgen, ohne die Bezüge zur griechischen und römischen Kultur zu kennen. Auch Darrow als Protagonist ist sehr gut gezeichnet, wenn auch nicht immer sonderlich sympathisch. Zu Beginn ist er ein an jugendlicher Selbstüberschätzung leidendes Großmaul, dann dominieren Wut und Rachedurst. Aber er lernt schnell, dass das nicht reicht, um seine Mission zu erfüllen, und wächst an den Herausforderungen. Auch künftig wird er noch spannende Entwicklungen durchmachen, denn unterschiedliche Loyalitäten und die Liebe zu einer Goldenen werden bei der Organisation der Zerschlagung des Systems nicht hilfreich sein. Ich bin jedenfalls schon sehr auf den zweiten Teil gespannt, der im Sommer erscheinen wird!


Herzlichen Dank an Randomhouse fürs Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Von dem Buch habe ich viel Gutes gehört. Schön, dass es dir gefällt.

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