Google+ Julias Buchblog: Alle Bücher rezensieren?

Samstag, 6. Juni 2015

Alle Bücher rezensieren?

Letzthin wurde ich gefragt, ob ich eigentlich alle Bücher rezensiere, die ich lese. Nein, das tue ich nicht. In letzter Zeit habe ich sogar relativ viele Bücher gelesen, die ich nicht rezensiert habe. Aber ich möchte mit meinen Rezensionen einen Mehrwert bieten können, und diesen Mehrwert sehe ich nicht bei allen Büchern:

Buch x einer Reihe 

 

Eben ist Commissario Brunettis zweiundzwanzigster Fall erschienen. Ich werde ihn wahrscheinlich lesen, ebenso wie die 21 früheren Brunettis. Eine Rezension dazu wird es aber nicht geben. Denn wer die früheren Fälle kennt, liebt Donna Leons Krimis, wer sie nicht kennt, kann mit einer Rezi zum 22. Buch einer Reihe nichts anfangen. Auch bei weniger ausgedehnten Reihen höre ich irgendwann auf. So war beispielsweise beim 5. Fall für Bruno, chef de police, Schluss, weil wegen fehlender Charakterentwicklung und ständig wiederkehrender Themen jede Rezi eine Wiederholung der vorherigen war. Da ich sie als leichte Lektüre aber trotzdem mag, lese ich die Reihe weiter, aber sie erscheint nicht mehr im Blog.

Gehypte Bücher


Da eine Rezension meinen Lesern einen Mehrwert an Informationen bringen sollen, sehe ich keinen Sinn darin, eine weitere Rezi zu Twilight oder Song of Ice and Fire zu schreiben. Zumindest dann nicht, wenn meine Meinung mit der Mehrheit übereinstimmt und alles, was ich sagen könnte, schon tausendfach geschrieben wurde.

Klassiker


Ich lese gerne Klassiker, aber auch hier gilt, dass schon so viel darüber geschrieben wurde, dass ich nicht auch noch meinen Senf dazugeben muss. Das heißt nicht, dass ich finde, dass Klassiker unantastbar sind und nicht kritisiert werden dürfen. Ich diskutiere gerne darüber, warum ich den Humor von Jane Austen liebe und den Stil von Thomas Mann absolut grässlich finde, aber eine kurze Rezension hier auf dem Blog ist dafür der falsche Ort.

Re-Reads


Wirklich gute Bücher lese ich gerne mehrfach. Gerade wenn ich viel um die Ohren habe, mag ich es, zu einem bekannten Buch zu greifen und in eine vertraute Welt abzutauchen. Dann ist es nämlich auch egal, ob ich das Buch zu Ende lese oder vorher wieder zu was Anderem greife, denn ich weiß ja, wie es ausgeht. Aber auch wenn ich auf dem Blog noch nichts dazu geschrieben habe, kann ich dann nur noch sehr selten eine adäquate Rezi schreiben, weil sich da so viele Leseeindrücke und Erinnerungen vermischen.


Wie macht ihr das, schreibt ihr immer eine Rezension oder gibt es bei euch auch Bücher, bei denen ihr drauf verzichtet?

Kommentare:

  1. Hmm, also ich versuche zu jedem Buch eine Rezi, oder halt eine sehr kurze bei "unwichtigeren" Büchern, zu verfassen. Ich möchte gerne die Meinungen zu allen meinen Büchern nicht nur für mich behalten, deshalb habe ich mir ja meinen Buchblog gemacht :D
    Aber auch damit Leute, die ein bisschen stöbern, was zu entdecken haben. Außerdem mag ich es zu wissen, dass ich immer mal wieder rein gucken kann, wie ich Bücher denn so damlas beim Lesen fand. :)
    Kann deine Punkte aber durchaus nachvollziehen ;-)

    LG<3
    Anna von www.annasalvatoresbuchblog.blogspot.de

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    1. Kurz- bzw. Kürzest-Rezis wären natürlich eine Möglichkeit, gerade bei Hypes. Zumindest könnte man dann die Inhaltsangabe weglassen und nur ein-zwei Sätze zum Leseeindruck schreiben...

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  2. Eine interessante Sichtweise!
    Ich bin ganz ehrlich, im Moment rezensiere ich noch jedes Buch auf dem Blog, auch Rereads. Bei Büchern aus einer Serie (z.B. ein Band 2 als Rezi-Exemplar) verlinke ich auf eine Rezi für Band 1 von mir auf einer anderen Webseite (falls die Rezi zu Band 1 nicht auf dem Blog steht)
    Das liegt nicht nur daran, dass die FeuerFlocke noch sehr jung ist und noch nicht allzu viele Rezensionen enthält. Was auch immer ich lese, selbst bei Rereads besteht momentan eine 100%ige Wahrscheinlichkeit, dass ich das Buch noch nicht auf dem Blog besprochen habe.
    Auch Klassiker würde ich nicht weglassen - schlicht und ergreifend, weil ich der Meinung bin, dass Klassiker viel zu selten auf Buchblogs auftauchen. Wenn ich also mal wieder einen lese, wird der auf alle Fälle auch rezensiert - für mehr Sichtbarkeit der klassischen Literatur im Internet <3.
    (Und was Mainstream-Reihen angeht... jeder Mensch liest anders. Und jeder Blogleser liest andere Buchblogs. Ich schließe nicht aus, dass mene Rezension auch zu einem bekannten Buch die erste Rezension sein kann, die ein Leser zu Gesicht bekommt)
    Und außerdem habe ich schlicht zu viel Spaß an meinem neuen Hobby, um ein Buch nicht zu besprechen :D.
    Vielleicht legt sich das irgendwann, wenn ich auch schon seit drei Jahren dabei bin :). Wer weiß!

    Interessanter Blogpost, der mich zum Nachdenken angeregt hat.

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    1. Auf Vorgänger verlinke ich auch, aber bei Band 23 wird das dann umständlich ;)
      Aber die Sichtbarkeit von Klassikern ist ein sehr gutes Argument, das muss ich mir nochmals durch den Kopf gehen lassen. Ich finde nämlich auch, dass die Leute viel zu selten Klassiker lesen!

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    2. Ja gut, bei Band 23 vermutlich tatsächlich. Falls ich JEMALS alle Darkover-Bände zusammengesammelt bekomme, habe ich das Problem auch. Aber ich glaube, bis es so weit ist, habe ich irgendeine elegante Lösung gefunden (z.B. nur auf den Band direkt davor zu verlinken und die Pingbacks den Rest erledigen zu lassen, Wordpress ist da praktisch).

      So ist es - Klassiker werden zu selten gelesen oder wenn, dann meist von Schulkindern, die das Buch dann verfluchen. Ich merke das bei meiner Schwester - sie macht in der Schule Werther, ich habe es einfach so in meiner Freizeit gelesen. Und ich merke, wie sehr ihre Bewertung davon gefärbt ist, dass es bei ihr "nerviger Schulstoff" ist.
      Wer freiwillig Klassiker liest, muss es weitersagen :D

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  3. Hey, dass ist eine gute Frage die du dir da stellst. Also ich versuche auch so viele Bücher wie möglich zu rezensieren , weil mich nach längerer Zeit auch interessiert,wie mir ein bestimmtes Buch mir gefallen hat. Ich glaube, sehr lange Buchreihen würde ich dann auch weglassen
    Klassiker lese ich bisher nicht, aber wenn ich es mal tun sollte,werde ich es auch rezensieren.

    Ich denke, jeder muss selbst entscheiden, wie und was er rezensiert. Das macht ja auch gerade den Reiz am Bloggen aus. Meinungen austauschen, neue Bücher kennenlernen....
    Ich finde Lesen und Bloggen ist ein super Hobby, dass ich nicht missen möchte.

    Alles Liebe

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  4. Huhu :o),

    ich rezensiere auch nicht alle Bücher, obwohl bei mir nur ein Kriterium eigentlich dazu führt, dass ich keine Rezension schreibe, nämlich, wenn ich das Buch schon als Kind/Jugendlicher, bevor ich mit dem Rezensieren angefangen habe, x-mal gelesen habe. Dann finde ich eine Rezension nach dem x. Lesen einfach unsinnig, schließlich ist dann die Leseerfahrung lange nicht mehr die, die man mit einem neuen, einem bisher unbekannten Buch macht. Daher wird es von mir nie ein "Der Herr der Ringe" oder "Harry Potter"-Rezi geben :D

    Liebe Grüße,
    Themis ^.^v

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  5. Also ich schreibe zu jedem fertig gelesenen Buch eine Rezension. Bei Reihen oder Trilogien gebe ich dir recht, dass es da schwierig wird. Bei Mittelteilen einer Dystopie oder auch dem Finale spoilere ich nicht, sondern erkläre nur, ob meine Erwartugen erfüllt wurden hinsichtlich Plot, Charakteren und Schreibstil. Bei einer Reihe (sowas lese ich gerade nicht) wie bei dir mir Donna Leon: ich finde eine Rezensin zum 23. Teil schon gut. Zumindest, wenn die letzten drei Rezensionen von dir nicht auch von dieser Reihe handelten. Klar, die Figuren bleiben die gleichen, aber man könnte ja vielleicht immer einen anderen Aspekt herauspicken und was dazu schreiben. Zum Beispiel was einem an dem Kommissar gefällt oder warum der Fall spannend war etc.

    Re-Reads halte ich kurz. Ich lese ein Buch zum Beispiel ein zweites Mal,w enn ich den Folgeband direkt danach lesen will. Oft kombiniere ich dann den "Bericht" über das Re-Read mit der Rezension zum Folgeband. Und ich finde es für mich spannend zu dokumentieren, ob mich das Buch genauso angesprochen hat wie beim ersten Mal.

    Klassiker: unterschätz das mal nicht! Die höchsten Klickzahlen habe ich bei meinen Klassikern! Und ich kenne keinen Blog, der Klassiker rezensiert. Gerade junge Leser wissen das glaub ich zu schätzen. Vor allem, wenn sie das in der Shcule lesen müssen :-)

    Und gehypte Bücher: joar, lese ich selten und meistens ist meine Meinung eine andere als die der Gemeinschaft. Und selbst wenn nicht: nicht jeder liest alle Blogs und du hast bestimmt leser, die auf deine Meinung wert legen und deshalb deine Einschätzung zum Buch wünschen, ob oder gerade weil es ein Hype ist.

    Aber letztendlich muss jeder selbst wissen, welche Bücher er rezensieren will.
    Liebe Grüße

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    1. Ich habe die höchsten Klickzahlen auch bei eher unüblichen Büchern. Ob das bei Klassikern auch so ist, muss ich mal testen, bisher habe ich ja kein Vergleichsmaterial. Aber vielleicht sollte ich das wirklich einfach mal ausprobieren...

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  6. Ich rezensiere in 1. Linie nur die Bücher, die ich als Rezensionsexemplare erhalten habe. Da ich beim Rezensieren etwas langsam bin und auch ziemlich lang am Text feile, bin ich ehrlich gesagt auch mal froh, einfach ein Buch lesen zu können, ohne mir Gedanken darüber zu machen, wie ich Dritten nahebringen kann, was ich darüber denke. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Rezensionen zu älteren (keine Klassiker, die lese ich nicht) Büchern - zumindest bei mir - eh nicht gelesen werden, deshalb habe ich beschlossen, dass ich mir die Arbeit spare.
    LG, Bianca

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    1. Bei mir sind erstaunlicherweise die meistgelesenen Rezis eher unbekannte und oft schon ältere Bücher: unangefochten auf Platz 1 steht ein Ratgeber, dann kommen 2 Biographien. Solche Bücher interessieren zwar die Stammleser eher weniger, sorgen dafür im Laufe der Zeit für viele Google-Besucher.

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  7. Hallo,

    dass ist mal eine Thematik mit der ich auch befassen sollte.
    Ich bin mir nämlich noch gar nicht so sicher, ob ich es bei meinem heftigen Lesepensum
    alle Bücher zu rezensieren. Dann müsste ich wahrscheinlich täglich 2 Rezensionen schreieben,
    dass wird dann wohl dem Leser (also wenn ich dann welche habe) schnell zu viel werden.

    Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass nicht gehypte Bücher auch sehr gut ankommen.
    Gerade wie du schon erwähnt hast zieht es auch andere Besucher durch die Google Suche an.

    So wie es aussieht muss ich mir wirklich Gedanken dazu machen.
    Ich finde ja andere Sichtweisen sehr interessant und danke dir für deinen Beitrag der mich jetzt zum Nachdenken angeregt hat :)

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  8. Nein, alle Bücher, die ich lese, könnte ich nicht rezensieren. So eine Rezension ist für mich nämlich deutlich aufwendiger, als irgendein anderer Artikel (ich schreibe ja keinen reinen Buchblog).

    Aktuell mache ich hauptsächlich relativ neue Bücher und Rezensionsexemplare.

    Rezensionen zu Klassikern fände ich toll, würde ich auch gerne lesen. Aber auch gehypte Bücher: Alles jenseits von Hunger Games, Twilight und Game of Thrones würde mich trotzdem interessieren. Schließlich vertraue ich deiner Meinung mehr, als dem anonymen Heer der Amazon-Rezensenten.

    Liebe Grüße,
    Sefa

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  9. Da ich dieses Jahr zum ersten mal bei ein paar Lese-Challenges teilnehme (ich finde es total interessant zu sehen was andere im gleichen Zeitraum zum Lesen entdeckt haben) MUSS ich leider jedes Buch was ich lese dokumentieren / rezensieren. Ansonsten würde ich es auch so halten wie du geschrieben hast, nur die wichtigsten Bücher und Geheimtipps rezensieren.
    Auf meinem Blog läuft übrigens mein erstes Gewinnspiel, es gibt ein Buch frei Wahl bis 10€ zu gewinnen. Du bist herzlich eingeladen daran teilzunehmen, wenn du magst:
    http://line91blog.blogspot.de/2015/05/gewinnspiel-erster-blog-geburtstag.html
    Viele liebe Grüße, Line

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  10. Huhu :)
    Ich rezensiere auch nicht alles, aber fast. Reihenbücher rezensiere ich nur ohne Spoiler, also selten Folgebände. Aber ich schrecke nicht davor zurück, zu gehypten oder vielgelesenen Bücher auch noch meinen tausendsten Senf dazuzugeben :)
    Liebe Grüße Melli

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