Google+ Julias Buchblog: James Frey - Endgame

Montag, 19. Januar 2015

James Frey - Endgame

Endgame: Die Auserwählten
James Frey
ISBN 9783789135224


12 Meteoriten treffen die Erde. Das ist das Zeichen für 12 Jugendliche, dass das „Endgame“ begonnen hat. Ihr ganzes bisheriges Leben sind sie auf diesen finalen Kampf vorbereitet worden, denn nun müssen sie in einem Wettbewerb gegeneinander antreten, damit sie und ihr Stamm die kommende Katastrophe überleben werden...

Meteorite als Startsignal für einen Wettbewerb, das klingt irgendwie absurd? Es ist nicht das einzig Seltsame in diesem Buch. Als Leser wird man mitten hineingeworfen in dieses eigenartige Setting, Erklärungen zu all den Fragen gibt es manchmal später, meist aber gar nicht. Die vage Erklärung, dass das tödliche Spiel von Aliens mit sieben Fingern lanciert wurde, hilft auch nicht viel weiter, die Logik bleibt allzuoft auf der Strecke. Das wäre eigentlich schon mühsam genug, aber die meiste Zeit kam ich gar nicht dazu, mich über die Story zu ärgern, da ich mit dem Schreibstil kämpfte. Der Autor schreibt kurze Sätze. Die er lose aneinanderreiht. Das soll wohl das Tempo steigern. Aber es nervt. Sehr. Und er wiederholt sich gerne. Das nervt. Sehr. Dazu kommt, dass es fast nur eine Abfolge von Handlungen und Ereignissen ist, Beschreibungen fehlen meistens, was es dem Leser schwer macht, sich das Geschehen plastisch vorzustellen. Auch die Figuren bleiben blass und holzschnittartig. Klar, bei 12 Protagonisten kann man nicht allen Platz für eine ausführliche Charakterentwicklung einräumen, aber so schematisch hätte es nicht sein müssen, und da es fast nur Handlung und wenig Beschreibungen gibt, erfährt man auch kaum etwas über die Motivation der Figuren. Immerhin findet man es deshalb als Leser auch nicht tragisch, dass die Jugendlichen einander brutal abschlachten, da ja nur einer das Endgame gewinnen kann. Ach ja, da war doch noch was: im Buch eingebettet ist ein Rätsel, das einen Goldschatz verspricht. Das Miträtseln im Internet funktioniert nur, wenn man Google Chrome benutzt, also hab ich’s gelassen. Die Fußnoten zu den entsprechenden Links waren also nur noch zusätzliche Elemente, die den Lesefluss behindert haben...

Fazit: vielleicht hat das Rätsel ja seinen Reiz. Wer sich allerdings nicht mit Millionen anderen um ein paar Goldmünzen streiten will, sollte die Finger von „Endgame“ lassen, denn als Buch ist es eine Katastrophe!

Kommentare:

  1. Ach jeeee, es wird ja sehr gehyped, aber bisher habe ich noch keine so richtig begeisterte Rezi dazu gelesen...

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    1. Mir ist der Hype ziemlich rätselhaft. Ok, ein grosses Werbebudget kann helfen, aber trotzdem...
      Noch schlimmer als die gedruckte Version ist übrigens das Hörbuch, denn damit das Miträtseln möglich bleibt, werden Abbildungshinweise und Fussnoten einfach mitgelesen!

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Als ich den Klappentext gelesen habe, war mir bereits klar, dass es ein weiterer müder TvP-Abklatsch ist. Und die Sache mit den Rätsel kommt mir ziemlich albern vor.

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  3. Also ich hätte mich damals zur Buchmesse fast vom Hype anstecken lassen und hatte überlegt, das Buch zu lesen. Zum Glück hab ichs doch gelassen. Wenn ich mir deine Meinung so anschaue, war es eine gute Idee :D

    Danke dir für den kritischen Einblick!

    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. Mich hat die massive Werbung auch neugierig gemacht, aber es klingt leider vielversprechender, als es tatsächlich ist.

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  4. Mein Mann und ich sind ja Rätselfans, und er hat auch gleich bei der Leseprobe die Rätsel entschlüsselt. Ich habe das Buch also gekauft, er hat's gelesen und befand es als Zeitverschwendung. Also nix für Mamis mit meterhohem SuB. ;-)

    Liebe Grüße
    Mona

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    1. Der Mix aus Rätsel und Roman fand ich erst auch spannend, aber die Geschichte dazu ist derart albern, dass mich dann auch die Rätsel nicht mehr locken konnten. Wirklich nix für Mamis mit knapper Lesezeit, die kann man viel besser nutzen!

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