Google+ Julias Buchblog: Tracy Chevalier - Das Mädchen mit dem Perlenohrring

Mittwoch, 17. Juli 2013

Tracy Chevalier - Das Mädchen mit dem Perlenohrring

Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Tracy Chevalier
ISBN 9783548283395

Delft im Jahre 1664: Weil ihr Vater bei einem Arbeitsunfall erblindet ist und deshalb seinen Beruf als Fliesenmaler nicht mehr ausüben kann und auch das Lehrgeld für ihren Bruder noch bezahlt werden muss, verdingt sich die junge Griet als Magd bei der Familie der Malers Vermeer. Sie ist damit gar nicht glücklich: die Arbeit ist hart und die Launen der Hausherrin Catharina und die ständigen kleinen Gemeinheiten ihrer Tochter machen Griet das Leben schwer. Aber weil sie sorgfältig und genau arbeitet, darf sie als einzige im ganzen Haushalt Vermeers Atelier betreten und dort für Ordnung sorgen. Als der Maler entdeckt, dass Griet ein Auge für Farbe und Formen hat, überträgt er ihr immer mehr kleinere Arbeiten. Doch als sie dann auch noch für ihn Modell sitzen soll, wird Griets Lage sehr ungemütlich, denn Catharina reagiert krankhaft eifersüchtig darauf, dass eine andere Frau so viel Zeit mit ihrem Mann verbringt, auch wenn es nur eine Dienstmagd ist...

Tracy Chevalier Roman fängt auf außergewöhnliche Weise die Stimmung von Vermeers Bildern ein. Wie beim Betrachten eines alten Gemäldes braucht man auch für dieses Buch Zeit und Musse, und wie auf den damals beliebten Genrebilder erlebt man durch Griets Augen die verschiedenen Lebenswelten und sozialen Schichten im Holland des 17. Jahrhunderts. Es geschieht eigentlich nicht viel, aber die kenntnisreichen Schilderungen aus dem Alltag einer normalen Magd wirken so plastisch, dass man sich die Personen und die Umgebung bis ins kleinste Detail vorstellen kann. Nur Vermeer selbst bleibt lange Zeit eher diffus, so wie er auch für Griet zuerst schwer fassbar ist, da er sich in einer für sie fremden Welt bewegt. Aber je näher sich die beiden kommen, je mehr sich die zaghafte Beziehung zwischen dem Maler und seiner Assistentin entwickelt, desto klarer werden nicht nur Vermeers Genie, sondern auch sein Egoismus und seine Rücksichtslosigkeit gegenüber allem, was nicht seine Kunst betrifft, was schließlich zum Eklat führt. Aber nicht nur Griet und Vermeer, auch der Leser wird von diesen Begegnungen geprägt, so dass man dessen Bilder künftig mit anderen Augen ansieht. 

Fazit: ein Buch, das absolut lesenswert ist und wie ein Gemälde bei wiederholter Betrachtung über die Jahre nichts an Reiz verliert!

Kommentare:

  1. Hey Julia,

    ich kenne nur den Film. Hast du den gesehen? Da passierte eigentlich auch nicht wirklich viel - aber ich fand ich trotzdem gut!

    Liebe Grüße

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  2. Huhu :)
    Ich habe das Buch auch schon vor einiger Zeit gelesen und war total begeistert. Hatte es einmal ziemlich günstig gekauft (wollte wohl keiner). Aber das ist wirklich ein kleines Schätzchen! Hab mir danach sofort den Film gekauft und er entsprach, wenn ich mich recht erinnere, in großen Teilen dem Buch.
    Hatte das Buch damals auch in einem Rutsch durchgelesen.

    Liebe Grüße :)

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  3. Ohh, das habe ich auch grade erst gelesen und fand es unheimlich toll! Stand schon so lange auf meiner Wunschliste - jetzt habe ich es ganz günstig erstanden. Frage mich, ob der Film genauso gut ist.

    LG Catherine

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  4. Das Buch würde ich auch mal lesen wollen, aber irgendwie lese ich immer dann doch etwas anderes.. ;)

    Liebe Grüße

    PS. guter Bericht

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