Google+ Julias Buchblog: Andrea Hirata - Die Regenbogentruppe

Montag, 4. Februar 2013

Andrea Hirata - Die Regenbogentruppe

Die Regenbogentruppe
Andrea Hirata
ISBN 9783446241466


Eine kleine muslimische Grundschule irgendwo in Indonesien. Zehn Kinder nehmen jeden Tag den langen beschwerlichen Weg auf sich, um ja keine Unterrichtsstunde zu verpassen. Denn sie kommen aus den ärmsten Familien der Umgebung und Bildung ist für sie der einzige Weg aus der drückenden Armut. Dazu müssen sie allerdings immer wieder gegen verschiedenste Widerstände kämpfen. Eigentlich wären die Eltern auf einen Zuverdienst ihrer Kinder angewiesen, Schulgeld zu zahlen liegt nicht drin, dementsprechend desolat sind Zustand und Ausstattung der Schule. Nur durch das unglaubliche Engagement der beiden Lehrer, die kostenlos unterrichten, kann der Schulbetrieb aufrechterhalten werden. Dann wollen allerdings die Behörden die Schule schließen, und alle müssen mithelfen, um den Kampf für ihre Schule gewinnen zu können...

Eine berührende Geschichte, die uns Bilder aus einer sehr fremden Welt zeigt. Andrea Hirata schildert in seinem autobiographischen Roman Szenen aus seiner Schulzeit und portraitiert liebevoll und anschaulich das Leben und die Eigenheiten seiner Klassenkameraden, die aus unterschiedlichsten Familien und Bevölkerungsgruppen stammen. Obwohl sie so verschieden sind, eint sie ihr Lerneifer und die Hoffnung, später einmal ein besseres Leben führen zu können, und dafür nehmen sie gewaltige Strapazen auf sich. Täglich vierzig Kilometer Schulweg durch wilde Wälder und Krokodil-verseuchte Sümpfe, nur um Lesen und Schreiben lernen zu können, das ist für uns Europäer fast unvorstellbar.
Die recht blumige Sprache passt gut zu der doch sehr fremden Welt. Allerdings erzählt der Autor nicht linear, sondern bricht immer wieder einen Handlungsstrang mittendrin ab, um einen anderen vorzuziehen, und nimmt ihn erst ein paar Kapitel später wieder auf, was den Lesefluss erschwert. Etwas störend fand ich dabei auch die eingeschobenen, teilweise repetitiven Hintergrundinformationen, die oft einen ziemlich belehrenden Eindruck machten. Das bessert sich zwar in der zweiten Hälfte des Buches, da wird die Geschichte flüssiger. Der Schlussteil ist dann allerdings wieder im Patchwork-Stil aus einzelnen Episoden zusammengesetzt, was zwar ein atmosphärisch stimmiges Ende ergibt, aber etwas unbefriedigend ist, weil man vom restlichen Lebensweg der Mitglieder der Regenbogentruppe doch gerne mehr erfahren hätte.

Herzlichen Dank an vorablesen und den Hanser Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar!  

1 Kommentar:

  1. Das würde ich gerne lesen - habe immer wieder viel über Indonesien und die schweren Zugänge zu BIldung dort gehört. Einen Insight-Bericht dazu fände ich darum sehr spannend.

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